Mutters Weinkeller

Nun sind fast taggenau zwei Jahre vergangen zu meinem ersten Beitrag in der Weinwahrheit und dem Wiederfinden des fast vergessenen selbst hergestellten Fliederbeerweins aus meiner Jungend. Und irgendwie war mir, als wenn da noch andere Schätze schlummerten in Mutters Keller. Für den zweiten Doppelkopf Abend, zu fettarmen Ships, Haribos und rauchigem Whisky aus der kleinsten Destillerie Schottlands “Edradour”, öffnete ich zuerst den 1995er Rotwein aus der Pfalz, um leider festzustellen, dass er die Jahre nicht überlebt hatte. Der Korken war grau, der Blick durch die Flasche verriet, dass die Farbe sich ins bräunliche verändert hatte und auch ein gewagter Schluck, des nicht mehr an Wein erinnernden Getränkes, ließ keine Zweifel offen.  Der Wein war schlecht. -

Ganz anders der Riesling.  Ebenfalls von 1995. “Bischhöflisches Weingut Rüdesheim Bistum Limburg”: Honigmelone im Duft, klare, goldgelbe Farbe. Im Geschmack etwas zu sauer. Eigentlich sollte es ja ein halbtrockener Wein sein, aber die Jahre haben vielleicht etwas daran gearbeitet. Insgesamt war ich sehr überrascht über diesen Riesling, besonders über das schöne Bukett. Für mich sind das 7 Punkte, weit über dem Durchschnitt und über die Zeit hinaus. Das Schöne: Es warten noch drei Portweine aus unglaublich alter Zeit auf eine Verkostung und auch ein Rosenthaler Kadarka aus den 80er Jahren mit Schraubverschluß. Ob das gut geht?

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