Archiv für die Kategorie 'Wein getestet'

Valpolicella Ripasso 2004

Freitag, 11. Mai 2007

Valpolicella Ripasso 2004Ein Etikett wie eine Herausforderung zwischen den anderen Weinflaschen. Ein neuer einfältiger Versuch, die Welt der italienischen Weine zu erobern, zu wohlschmecken.

Die Rebsorten Corvina und Rondinella versprechen vom Namen her viel. Heidelbeere, dunkle Beeren? Plötzlich roch irgendetwas nach Toilette, aber nur, weil der Besitzer des Glases ein anderes wollte. Die Farbe ähnelt italienischem Blut nach einer Vendetta. Noch ist kein Rülpser erschallt – ist es überhaupt Wein? Ein Luschenwein, dem 3 Runden Schwimmunterricht im Barrique- Faß fehlen? Davon kann man auch mal eine Flasche alleine trinken, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben. Plötzlich, der erste Rülpser nach genau 15 min. Wieso haken wir italienische Weine nicht einfach ab?

Wir geben satte 4 Punkte.

Apfelwein 2006

Donnerstag, 19. April 2007

Apfelwein 2006Zugegeben, es ist schwer seinen eigenen Wein zu beurteilen. Da schwingt soviel mit: 2 mal 10 kg Äpfel schälen, das Warten und Zittern, wird er was? Bleibt er trübe wie unser zweiter Wein derzeit noch ist? Dann der Anblick der wundervollen klaren, goldgelben Farbe. Kann ich da noch objektiv einen Geschmack beurteilen? Aber ich möchte behaupten er ist uns gelungen. Ich gebe ihm süffige 7 Punkte. Er hat diese Kombination aus Säure und ganz feiner Restsüße, die ich so mag. Gekühlt schmeckt er mir am besten. Elf Flaschen sind es geworden. Eine musste schon dran glauben. :-)

Discounter- Weine: billig und fies?

Freitag, 16. März 2007

In einem meiner früheren Artikel erwähnte ich beiläufig, dass “Discounter- Weine” nun endlich besser werden. Jetzt stieß ich aber auf einen Artikel des “Manager-Magazins”, der sich wiederum auf einen Geschmackstest des Weingourmet bezieht und genau das Gegenteil behauptet. Manche der getesteten Weine seien von Essigwasser nicht weit entfernt! Spannend auch die Top 5 der allerschlechtesten Weine, sozusagen eine Blacklist für den nächsten Weinkauf beim Discounter. Aber auch hier gilt wie immer, das eigene Urteil ist entscheidend. Besonders bemerkenswert jedoch ist für mich der letzte Absatz im genannten Artikel. Gibt die Tatsache des Panschens, Vermischens und Verschneidens unter dem gleichen Etikett aufgrund der nachgefragten Massen Aufschluß über ein bereits festgestellte Abweichung des Geschmackes bei der Verkostung des Masia Dibon, Trempranillo 2001? Die eine Flasche wurde in Thüringen gekauft, die zweite Flasche sicher in Berlin. Denkbar ist vieles bei den beschriebenen Praktiken der Discounter.

2005 Südtirol St. Magdalener Italia

Montag, 26. Februar 2007

Südtirol 2005 St. MagdalenerDie hellrote, fast dünnflüssige Farbe im Glas konnte uns von Anfang an nicht überzeugen. Wenig Bukett, fast geruchslos. Auf der Flasche ist die Rebsorte nicht angegeben, aber er setzt sich laut Winzer aus 90 % Vernatsch und 10% Lagrein zusammen, für diese Weingegend um St. Magdalena typische Rebsorten. Bei der Verkostung stand die Säure im Vordergrund. Der Wein wirkte leicht sprittig, hatte aber auch einen Hauch Likör dabei. Vielleicht soll dies der angegebene Mandelgeschmack sein, der uns völlig abging? Ganz, ganz leichter Kakao im Abgang. Insgesamt unausgewogen und kantig. Das blumige Bukett, welches auf dem Etikett erwähnt wurde, konnten wir leider weder riechen noch herausschmecken. Vielleicht hat ja die letzte Erkältungswelle auch unsere Geruchs- und Geschmackszellen in Mitleidenschaft gezogen, aber zu mehr als 1 Punkt konnten wir uns leider nicht durchringen.

Österreichabend: Speisen und Wein

Sonntag, 04. Februar 2007

Rote Beete SuppeDiese wundervolle Rote-Beete-Suppe gab es als Auftakt für unseren Österreich- Abend. Doch welchen Wein sollten wir zu Tafelspitz und anschließendem Kaiserschmarrn verkosten? Aus dieser Situation konnte uns nur ein echter österreichischer Winzer helfen- Viktor Kattinger! Nach unseren Nachforschungen der einzige Importeur für österreichische Weine in Berlin (Schillerstr. 93, 10625 Berlin).

Viktor Kattinger Weinladen Österreich Abend WeinauswahlNicht alle von ihm empfohlenen Weine konnten überzeugen, aber die Freude und den Spaß, den Herr Kattinger mit den österreichischen Weinen vermitteln konnte, war einzigartig. Bei der holden Weiblichkeit wurde besonders der rote Schilcher begrüßt. Schilcher RizzanteMir persönlich hat der Österreich Pinot NoirPinot Noir am besten geschmeckt, was vollkommen klar ist, als Liebhaber von spanischen Weinen. Aber nicht der Wein stand im Zentrum des Abends, sondern die selbst zubereiteten Speisen bildeten den Höhepunkt!

2005 Cabernet Sauvignon “S”

Sonntag, 28. Januar 2007

Es ist wundervoll, mit lieben Menschen zusammen zu sein und ein Gläschen Rotwein zu trinken. Am schönsten ist es, dies mit dem liebsten Menschen zu tun, den man hat. So floß am Wochenende der gute Tropfen des Weingutes Seck (Hof Rebenglut) durch unsere Kehlen, um seiner erneuten Bewertung entgegen zu sehen. 2005 Cabernet Sauvignon “S” – S für spezial, für süffig, für sensationell, für den Anfangsbuchstaben der Familie “Seck”? Ein hohe Bewertung laut unserer Skala war vorgeben (siehe Beitrag von der Grünen Woche).

2005 Cabernet Sauvignon “S”Das Etikett erinnerte mich spontan an zwei Dinge: erstens an eine alte Rittertafel und das leckere Zeug, was es da wohl immer zu trinken gab und zweitens weitläufig an Medizin. Was wird mich wohl erwarten? Das Bukett überraschte mit einem kräftigen Heidelbeerkonfitür-Aroma. Vielleicht schon ein bisschen zu aufdringlich. Auf der Zunge gab sich der Wein sehr wohlschmeckend und rund. Weiche Tannine und Holz ergänzten sich wunderbar. Der Abgang enttäuschte mich ein wenig, aber das ist bei einem so jungen Wein mit viel Potential zu entschuldigen. Er führte sehr viel Sediment mit sich, welches man sogar auf der Zunge verspürte. Ich fühlte mich stark an den bereits verkosteten chilenischen Wein erinnert, welcher sich schon mit einer “beginnenden Hamsterakne” herumschlagen musste. Insgesamt fehlte mir ein wenig die Vielfalt an Aromen. Der Wein ist mir zu “geradlinig” in seiner Struktur. So konnte er leider auf meiner persönlichen Skala nur 6+ erreichen, aber immerhin!

Vielleicht hatte ja bei meinem lieben Co-Schmecker die “Grüne-Woche-Euphorie” zugeschlagen oder die anderen Weine waren wirklich so schlecht…? ;-)

Grüne Woche und das Weingut Seck

Mittwoch, 24. Januar 2007

Grüne Woche Fahnen im WindHof Rebenglut Produkte2005 Cabernet Sauvignon Rotwein

Nachdem ich schon die Weinmesse in Berlin verpaßt hatte, wollte ich mir auf jeden Fall die “Grüne Woche” nicht entgehen lassen. Gesagt getan, zu dritt schritten wir am Anfang recht orientierungslos die Hallen ab, fanden dann aber doch zielsicher die Weinhallen und versuchten unsere ersten Proben. Die erste Probe habe ich schon aus meinem Gedächtnis gestrichen. Die Zweite, beim Weingut Villa Sachsen, war auch nicht sehr überzeugend. Ich stehe nicht alleine mit meiner Einschätzung, auch andere Verkoster fanden den Jahrgang 2005 nicht so besonders gelungen. Zudem hatten sie ein Kühl- und Verkaufsproblem. Der Wein war entweder zu warm oder man konnte nichts an Flaschen mitnehmen, um zu Hause noch einmal gründlich zu testen. Ganz anders dagegen das Weingut Seck vom Weingut Hof Rebenglut. Ein geschmeidiger Jahrgang 2005. Die Produkt-Palette der Winzerfamilie Seck umfaßt sehr viele Weinarten und Rebsorten. Auch Sekt wird auf dem Weingut hergestellt.

(weiterlesen…)

Les Lauriers 2004 Montagne Saint-Emilion

Dienstag, 16. Januar 2007

Les Lauriers 2004Nach dem letzten geschmackvollen Ausflug in die Welt der französischen Weine, der Verkostung eines Saint Émilion Grand Cru, wollten wir es genauer wissen und probierten einen weiteren Wein aus der Region. Im Glas zeigte sich dieser Wein in einer wunderbar klaren und dunkelroten Farbe. Ein Duft von Pflaumenmus und schwarzen Beeren stand sehr im Vordergrund. Der “Mittelteil” erschien uns sehr geradlinig, weich, mit milden Tanninen versehen. Eine leichte Vanille-Note kristallisierte sich heraus. Im Abgang präsentierte sich der junge Franzose leicht und lang anhaftend. Er überzeugte durch seinen eigenen Charakter und bietet wohl auch gerade deswegen ein gutes Potential für die nächsten Jahre. Wir geben 7 Punkte für diesen 13,90 Euro- Wein (gekauft bei Metro).

Ercavio Roble 2004

Samstag, 13. Januar 2007

Ercavio 2004Gary hat ihn in seiner 160. Episode getestet und wir taten es auch. Tiefes Rot erfüllte das Glas, jedoch mit Schleiern durchsetzt, was evtl. auf aktive Bakterien hindeutet oder auf zu warme Lagerung, so genau konnten wir die Trübung nicht zuordnen. Von der versprochenen Pflaume war leider nicht allzuviel vorhanden, jedoch eine angenehme Fruchtigkeit und der grüne Pfeffer waren da, das Holz von der 5 monatigen Lagerung gut eingebunden. Der Wein besticht durch seine Kakao-Anteile und den wunderbaren Abgang. Auch ein Art von Gemüse nahmen wir wahr, nur welches konnten wir nicht genau enträtseln. Vielleicht ist er noch ein wenig zu jung, der gute Ercavio 2004 aus 100% Tempranillo-Trauben, doch für 6,90 Euro ein angenehmer spanischer Verteter. Gefunden bei Wein & Winos. Wir geben 5 Punkte.

Secret du Terroir, Saint Émilion Grand Cru, 2003

Dienstag, 02. Januar 2007

Secret Du Terroir 2003, Saint Émilion Grand CruEs gibt Weihnachtsgeschenke von Geschäftspartnern, die man nicht weiter verschenken muss. Es gibt Geschenke,wie z.B. Wein, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Dieser stammt aus dem franz. Weinanbaugebiet Saint Émilion. Dunkle Beeren, da besonders schwarze Johannisbeeren, fallen als erstes auf. Sehr fruchtig, weich mit wenig Säure. Je länger er nach dem Dekantieren steht, desto besser entfaltet sich die Frucht. Dieser Wein muss einfach atmen! Er ist süffig, macht leider sehr müde, jedoch keine Allergie. Die Farbe ist dunkelrot bis kirschrot. Irgendwo verstecken sich auch Nelken- und Kakaoaromen. Im Abgang ist er leider leicht abgehackt. Seine insgesamt gute Struktur macht diesen Wein zu einer wahren Gaumenfreude. Wir geben diesem Geschmacks-Feuerwerk 8 leckere Punkte. Ein wirklich gelungener Ausflug nach Frankreich!