Archiv für September 2008

Werbung mal anders…

Sonntag, 21. September 2008

Gerade gibt es ja eine sehr spannende und angeheizte Diskussion beim DrinkTank über sexistische Wein-Werbung für das in Kürze stattfindende WeinSensorium am Berliner Washingtonplatz vom 24. Okotober bis 2. November 2008. Übrigens vom Deutschen Wein Institut (DWI) veranlaßt. Vielleicht wäre das mal ein Anlaß für einen Podcast? Ideen für Fragen? Das es auch andere Ideen gibt, für Wein zu werben, machen uns die Schweizer vor:

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Achtung! Leider lange Ladezeit. Aber es lohnt sich. Oder direkt bei YouTube.

Dornfelder 2005 aus Birkweiler (Pfalz)

Freitag, 19. September 2008

Einfach süffig gut… tiefdunkel die Farbe, prägnanter Duft nach Sauerkirschen und allerlei Beeren, deutlich wahrnehmbare Tannine, gehaltvoll,  mit einem nachhaltig angenehmen Geschmack.

7 Punkte.

Übrigens empfehlen wir an dieser Stelle ausdrücklich, sich auch wieder dem deutschen Wein zuzuwenden, denn er hat es verdient.
Selbst Weine aus dem Gebiet Saale-Unstrut, von denen auch schon einmal in früheren Zeiten scherzhaft behauptet wurde, dass dies die Gegend sei, “wo der saure Regen wächst”,  sind von hervorragender Qualität.

Wein und Intelligenz

Montag, 15. September 2008

Bekanntermaßen bewegt sich eine Zebraherde nur so schnell, wie das
langsamste Zebra. Und wenn die Herde gejagt wird, sind es die
schwächsten und langsamsten Tiere ganz hinten, die zuerst getötet werden.

Diese natürliche Selektion ist gut für die Herde, da sich die allgemeine
Geschwindigkeit und die Gesundheit der ganzen Gruppe durch
regelmäßige Auslese verbessert.

Auch das menschliche Gehirn kann nur so schnell arbeiten wie die
langsamsten Gehirnzellen.

Wie wir alle wissen, werden durch übermäßige Einnahme von Alkohol
Gehirnzellen abgetötet. Es sind natürlich auch wieder die
langsamsten und schwächsten Zellen, die es zuerst erwischt.

Regelmäßiger Weingenuss eliminiert so die schwachen und langsamen
Gehirnzellen und lässt das Gehirn schneller und effizienter arbeiten.
Das ist der Grund, warum man sich nach einer Flasche Wein immer für
wesentlich schlauer hält.

[Gehört bei einem Weinabend, gefunden im Internet ohne Verfasser]

Bodega Senorio del Condestable

Sonntag, 14. September 2008

Dieser zwei Jahre im Eichenfass gelagerte Reserva aus dem Weinbaugebiet Jumilla der Region um Murcia in Spanien ist von einer spritzigen Finesse, kräftiger schwerer Säure und einem adstringierenden Abgang.
Der Wein funkelt tiefdunkel im Glas und verbreitet ein heidelbeeriges fruchtiges Aroma.

Auch dieser Wein wird mit 5 Punkten bewertet.

Nero d’ Avola 2007

Sonntag, 14. September 2008

Wieder einmal genehmigten wir uns einen echten Sizilianer der Rebsorte “Schwarzer von Avola”  mit tiefdunkler rubinroter Farbe.

Im großen bauchigen Weinglas verbreitete sich ein beeriger Duft mit Aromen von Pfirsich und Kirsche mit einer Spur Vanille. Milde Tannine streichelten den Gaumen. In diesem Wein spiegeln sich Sonne, Meer und Landschaft Siziliens wieder. Wir bescheinigen diesem Wein eine ausgeglichene Balance, pikante Süße und einen weichen seidigen Abgang. Insgesamt rund und füllig am Gaumen hat er sich 5 Punkte verdient.

Riesling und Silvaner 2006, Kabinett trocken, Birkweiler, Pfalz

Samstag, 06. September 2008

Im Mai 2008 zog es uns zu einem Kurzurlaub in die Pfalz nach Birkweiler. Insbesondere interessierten wir uns dort für das Weingut Beyersdörfer, von dem wir schon einige Jahre guten Wein beziehen. Zufällig währte am ersten Tag unseres Aufenthaltes der letzte Tag des alljährlichen Weinfestes “Weinfrühling”, an dem alle Winzer dieses Anbaugebietes in den Weinbergen ihre Weine vorstellten. Wir nutzten das Fest für ausgiebige Verkostungen unter blauem Himmel und strahlender Sonne. Unter anderem fiel uns dabei dieser Wein sehr positiv auf, von dem wir dann auch ein paar Fläschchen zum Flaschenpreis von 4 Euro bei Herrn und Frau Beyersdörfer kauften. Das Weingut Beyersdörfer findet man nicht mehr in der offiziellen Liste der Weingüter in Birkweiler, weil Familie Beyersdörfer in den Ruhestand getreten sind und es leider keine Nachfahren gibt, die dieses Weingut weiter führen wollen.

Am Haus in der Hauptstrasse Nr. 23 prangt noch das stolze Schild einstiger sehr erfolgreicher Winzertätigkeit.

Nun wollen wir aber nicht vergessen, diesen Wein auch zu bewerten:

Die elegante Mischung aus Riesling und Silvaner besticht durch Rassigkeit und eine fruchtige Lebendigkeit mit einem Spiel von Aprikose. Die Säure angenehm fein, der Körper ausgewogen, die Balance ausgeglichen.

Dieser Wein hat volle 8 Punkte verdient.

Pucela 2004

Samstag, 06. September 2008

Ein Pucela aus der Rebsorte Tempranillo und Cabernet Sauvignon aus dem Jahr 2004 steht zur Bewertung an, hergestellt und abgefüllt durch Hijos de Alberto Gutierrez.

Das Anbaugebiet Castilla y Leon befindet sich in Nordspanien.

Mein Eindruck:

Der himbeerfarbene, johannisbeerig duftende Wein mit einer schwachen Säure und einem etwas lehmigen kurzen Abgang mit armer Finesse und unausgeglichener Balance kann insgesamt nicht überzeugen.

4 Punkte.

Am Tetra Pak Wein sterben?

Mittwoch, 03. September 2008
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Klasse inzeniert! Wundervoll vertont! Ein Kleinod der Filmkunst!

Dabei muß man nicht zwangsläufig am Tetra Pak sterben. Wir haben den wiederholten Feldversuch auf Zypern in diesem Jahr mit dem abgebildeten Keo Wein bestens überlebt. Uns hat er durchaus gemundet. Na ja, es kommt ja immer noch das Urlaubsfeeling hinzu. Leider gab es nämlich noch sehr viel schlechtere Weine, sogar von Winzern direkt erstandene. Selbst ein vom Kloster Chryssorogiatissa, kurz “Kloster unaussprechbar” kredenzter Riesling, den ich als einzigen Wein mit in dem Flieger nach Berlin überführen konnte, war eine große Enttäuschung. Der Keo im Tetra Pak aber nicht!

Gesucht: Fütterer und Kleinedel

Mittwoch, 03. September 2008

Der Aufruf zur Suche nach alten Rebstöcken und der Wunsch der ARGE Jung + Fischer GbR Ihren Aufruf zu veröffentlichen, ereilte mich nicht das erste Mal. Auch im letzten Jahr 2007 fragten Sie mal nach, ob ich hier etwas dazu beitragen kann, der Reblaus doch noch ein Schnippchen zu schlagen und die Zeit zurück zu drehen. Besonders bemerkenswert finde ich die Fülle an Rebsorten (ca. 600), die scheinbar früher in Deutschland angebaut wurden und wieder gesucht werden. Darunter nicht nur die Rebsorten wie: Fütterer und Kleinedel. Auch schwarzen Zinfandel, Blauer Jacobin, Blauer Scheuchner, Adelfränkisch, Kleinweiß, Ahorntraube, Süßschwarz und das Möhrchen und auch die Rebsorte Tauberschwarze. Eine Ahnensuche! Wo sind die kleinen runden Pyramiden in Deutschland zu finden? Wo haben sie überlebt oder wo führen sie ihren Dornröschenschlaf? Am schönsten laß sich aus meiner Sicht das Interview mit Andreas Jung. Wer hätte gedacht, dass wir evtl. noch mal Wein aus Schottland kosten können?

bmelv-begleitschreiben_25042008

aufruf-suche-alte-weinberge_2008

interview_andreas-jung_2008

Vale de Rosas, Portugal

Dienstag, 02. September 2008

Zum Abendausklang öffnete ich zusammen mit meiner Frau ein Fläschchen portugiesischen Rotwein, der aus der Region Estremadura (Gebiet an der Atlantikküste südlich des Douro, der Name bedeutet historisch gesehen “ein von den Mauren befreites Gebiet”) kommt.
Der dunkelrot schillernde johannisbeerfruchtig duftende Rotwein aus dem Jahr 2004 entfaltete einen milden, leicht holzigen Geschmack mit einer dezenten Süße und einer starken Säure.

Weinbauer José Neiva verwendete für diesen Wein die Rebsorten Caladoc und Tempranillo (unter dem Namen Tinta de Roriz am Douro in Nordportugal bekannt).
Wir einigten uns in der Bewertung auf 5 Punkte.