Die Reblaus – Österreich und die Experimental-Musik
Sonntag, 28. Januar 2007 Vielen Dank für diesen Beitrag aus Österreich, obwohl ich etwas Schwierigkeiten hatte, eine klare Kategorie dafür zu finden.
Vielen Dank für diesen Beitrag aus Österreich, obwohl ich etwas Schwierigkeiten hatte, eine klare Kategorie dafür zu finden.
Es ist wundervoll, mit lieben Menschen zusammen zu sein und ein Gläschen Rotwein zu trinken. Am schönsten ist es, dies mit dem liebsten Menschen zu tun, den man hat. So floß am Wochenende der gute Tropfen des Weingutes Seck (Hof Rebenglut) durch unsere Kehlen, um seiner erneuten Bewertung entgegen zu sehen. 2005 Cabernet Sauvignon “S” – S für spezial, für süffig, für sensationell, für den Anfangsbuchstaben der Familie “Seck”? Ein hohe Bewertung laut unserer Skala war vorgeben (siehe Beitrag von der Grünen Woche).
Das Etikett erinnerte mich spontan an zwei Dinge: erstens an eine alte Rittertafel und das leckere Zeug, was es da wohl immer zu trinken gab und zweitens weitläufig an Medizin. Was wird mich wohl erwarten? Das Bukett überraschte mit einem kräftigen Heidelbeerkonfitür-Aroma. Vielleicht schon ein bisschen zu aufdringlich. Auf der Zunge gab sich der Wein sehr wohlschmeckend und rund. Weiche Tannine und Holz ergänzten sich wunderbar. Der Abgang enttäuschte mich ein wenig, aber das ist bei einem so jungen Wein mit viel Potential zu entschuldigen. Er führte sehr viel Sediment mit sich, welches man sogar auf der Zunge verspürte. Ich fühlte mich stark an den bereits verkosteten chilenischen Wein erinnert, welcher sich schon mit einer “beginnenden Hamsterakne” herumschlagen musste. Insgesamt fehlte mir ein wenig die Vielfalt an Aromen. Der Wein ist mir zu “geradlinig” in seiner Struktur. So konnte er leider auf meiner persönlichen Skala nur 6+ erreichen, aber immerhin!
Vielleicht hatte ja bei meinem lieben Co-Schmecker die “Grüne-Woche-Euphorie” zugeschlagen oder die anderen Weine waren wirklich so schlecht…?
Nachdem ich schon die Weinmesse in Berlin verpaßt hatte, wollte ich mir auf jeden Fall die “Grüne Woche” nicht entgehen lassen. Gesagt getan, zu dritt schritten wir am Anfang recht orientierungslos die Hallen ab, fanden dann aber doch zielsicher die Weinhallen und versuchten unsere ersten Proben. Die erste Probe habe ich schon aus meinem Gedächtnis gestrichen. Die Zweite, beim Weingut Villa Sachsen, war auch nicht sehr überzeugend. Ich stehe nicht alleine mit meiner Einschätzung, auch andere Verkoster fanden den Jahrgang 2005 nicht so besonders gelungen. Zudem hatten sie ein Kühl- und Verkaufsproblem. Der Wein war entweder zu warm oder man konnte nichts an Flaschen mitnehmen, um zu Hause noch einmal gründlich zu testen. Ganz anders dagegen das Weingut Seck vom Weingut Hof Rebenglut. Ein geschmeidiger Jahrgang 2005. Die Produkt-Palette der Winzerfamilie Seck umfaßt sehr viele Weinarten und Rebsorten. Auch Sekt wird auf dem Weingut hergestellt.
Nach dem letzten geschmackvollen Ausflug in die Welt der französischen Weine, der Verkostung eines Saint Émilion Grand Cru, wollten wir es genauer wissen und probierten einen weiteren Wein aus der Region. Im Glas zeigte sich dieser Wein in einer wunderbar klaren und dunkelroten Farbe. Ein Duft von Pflaumenmus und schwarzen Beeren stand sehr im Vordergrund. Der “Mittelteil” erschien uns sehr geradlinig, weich, mit milden Tanninen versehen. Eine leichte Vanille-Note kristallisierte sich heraus. Im Abgang präsentierte sich der junge Franzose leicht und lang anhaftend. Er überzeugte durch seinen eigenen Charakter und bietet wohl auch gerade deswegen ein gutes Potential für die nächsten Jahre. Wir geben 7 Punkte für diesen 13,90 Euro- Wein (gekauft bei Metro).
Es gibt noch zwei weitere Gründe, warum unser Apfelweinansatz nicht ohne Nachhilfe anfangen wollte zu “blubbern”. Wir konnten leider nicht auf eine gramm-genaue Waage zurückgreifen, sodass evtl. ein wenig zuviel des Kaliumpyrosulfits in den Weinansatz gekommen ist. Kaliumpyrosulfit hat die Aufgabe, die Braunfärbung (Oxidation) des Apfelweinansatzes zu unterbinden und die Vermehrung von unerwünschte Essigbakterien zu unterdrücken. Bei einer Überdosierung ist es durchaus möglich, dass die Gärtätigkeit der Hefen gehemmt wird. Bereits tote Flüssigreinzuchthefen des Typs Sherry können ebenfalls dafür verantwortlich sein, dass wir den letzten Ansatz “impfen” mußten. Der Fruchtweinkeller beschreibt sehr anschaulich, was uns da unter dem Begriff “Reinzuchthefen” alles verkauft wird. Auch wird dort sehr genau der Vorzug erklärt, den Trockenhefe gegenüber Flüssighefe hat. Beim nächsten Weinansatz werden wir auf jeden Fall eine Starterkultur ansetzen.
Bei Norma gab es kurz vor dem Jahreswechsel 2006 einen chilenischen Gran Reserva Carmenere D.O. Valle del Maule 2005 zu kaufen. Interessant! Haben die Chilenen eine andere Zeitrechnung? In Spanien bekommt die Auszeichnung Gran Reserva nur ein Wein, der zwei Jahre Faß und drei Jahre Flasche gesehen hat. Auch ein Reserva braucht mindestens ein Jahr Faß und zwei Jahre Flasche. Da tröstet es zumindest, dass die Discounter-Weine angeblich besser werden und festgestellt wird: “die groben Fehler haben abgenommen”.
Gary hat ihn in seiner 160. Episode getestet und wir taten es auch. Tiefes Rot erfüllte das Glas, jedoch mit Schleiern durchsetzt, was evtl. auf aktive Bakterien hindeutet oder auf zu warme Lagerung, so genau konnten wir die Trübung nicht zuordnen. Von der versprochenen Pflaume war leider nicht allzuviel vorhanden, jedoch eine angenehme Fruchtigkeit und der grüne Pfeffer waren da, das Holz von der 5 monatigen Lagerung gut eingebunden. Der Wein besticht durch seine Kakao-Anteile und den wunderbaren Abgang. Auch ein Art von Gemüse nahmen wir wahr, nur welches konnten wir nicht genau enträtseln. Vielleicht ist er noch ein wenig zu jung, der gute Ercavio 2004 aus 100% Tempranillo-Trauben, doch für 6,90 Euro ein angenehmer spanischer Verteter. Gefunden bei Wein & Winos. Wir geben 5 Punkte.
“Die Geduld nicht verlieren, auch wenn es unmöglich erscheint, das ist Geduld.” sagt ein japanisches Sprichwort.
So wachte ich im neuen Jahr über den Werdegang der angesetzten Weine. Erst jetzt, wenn man Wein angesetzt hat, wird einem gesagt (und das aus allen möglichen Richtungen und Quellen), was man falsch gemacht haben könnte und hat. In diesem Moment, wenn man gebannt auf das erste “Blubbern” in den Röhrchen wartet, will man das NICHT hören oder vielleicht doch…? Aber auch hier bringt es ein Sprichwort auf den Punkt: “Und wenn du alt wirst wie eine Kuh, lernen musst du immerzu!”. Genau, wir wollen diese Erfahrungen machen!
Tage gingen ins Land, ohne das sich auch nur eine Regung in den Ballons zeigte. Im Keller war es dem Hefestamm wohl etwas zu kalt. Uns Menschen geht es ja im Winter auch nicht anders… Also ab in die warme Küche in die Wohlfühltemperaturen.
Wieder nichts ! Der Hefestamm war entweder ausgewandert oder tot. Erste Hilfe tat Not – ab in die Apotheke und Verstärkung für die Stämme geholt. Ballons auf und rein damit. Ist wohl auch ganz legitim, man kann mit Zugabe von Hefe nichts falsch machen, sagen die Weisen.
Es gibt Weihnachtsgeschenke von Geschäftspartnern, die man nicht weiter verschenken muss. Es gibt Geschenke,wie z.B. Wein, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Dieser stammt aus dem franz. Weinanbaugebiet Saint Émilion. Dunkle Beeren, da besonders schwarze Johannisbeeren, fallen als erstes auf. Sehr fruchtig, weich mit wenig Säure. Je länger er nach dem Dekantieren steht, desto besser entfaltet sich die Frucht. Dieser Wein muss einfach atmen! Er ist süffig, macht leider sehr müde, jedoch keine Allergie. Die Farbe ist dunkelrot bis kirschrot. Irgendwo verstecken sich auch Nelken- und Kakaoaromen. Im Abgang ist er leider leicht abgehackt. Seine insgesamt gute Struktur macht diesen Wein zu einer wahren Gaumenfreude. Wir geben diesem Geschmacks-Feuerwerk 8 leckere Punkte. Ein wirklich gelungener Ausflug nach Frankreich!